Position der Mitte Obersiggenthal zum GVK
12. Mai 2026 – Das Gesamtverkehrskonzept (GVK) für den Raum Baden und Umgebung wurde als Weiterentwicklung des rGVK-Ostaargau (ehemals OASE) auf Richtplanstufe im Zeitraum von 2022 bis 2025 in einem partizipativen Prozess gemeinsam mit diversen Gemeinden, Interessengemeinschaften und Parteien entwickelt.
Bis Ende März 2026 können die verschiedenen Massnahmen in einer öffentlichen Anhörung kommentiert werden.
Die Mitte Obersiggenthal hat den Anhörungsbericht vom 3. Dezember 2025 zu der Anpassung des Richtplans: „Gesamtverkehrskonzept Raum Baden und Umgebung“ studiert und nimmt wie folgt Stellung:
Mit dem GVK liegt ein umfassendes Gesamtverkehrskonzept mit rund 200 Einzelmassnahmen vor. Die Mitte Obersiggenthal unterstützt den Prozess und das Konzept des GVK nachdrücklich. Allerdings sind 200 Massnahmen zu viel. Diese sollten nach Kosten / Nutzen priorisiert werden mit dem Fokus Reduktion des LKW / Auto-Verkehr auf den Hauptkorridoren u.a. durch das Siggenthal. Wir glauben, dass der Verkehr (Auto + LKW) auf der Landstrasse in Obersiggenthal zuerst reduziert werden muss, bevor erweiterte Massnahmen geprüft und umgesetzt werden. Dies dürfte auch bei der Bevölkerung auf mehr Zustimmung und Verständnis stossen.
Die Mitte fordert eine raschestmögliche Umsetzung der öV-Tangentiallinie Niederweningen–Nussbaumen–Turgi mit Stärkung der öV-Drehscheibe Bahnhof Turgi; die Einrichtung von Velo-Parkmöglichkeiten (Bike+Ride) an allen Busstationen; die Etablierung eines Park+Ride für den motorisierten Individualverkehr wie z.B. in Station Siggenthal. Dieser Standort hat das grösste Potenzial für den Umstieg aus dem Unteren Aaretal vom Auto auf direkte Bahnverbindungen Richtung Baden, Wettingen und Zürich; sowie eine rasche Etablierung von Verkehrsmanagement-Erweiterungen wie Dosierungsanlagen und Busbevorzugungen. Diese stärken den öV und reduzieren Verspätungen bereits in den nächsten 2–5 Jahren.
Sollten diese Massnahmen nicht zur Stärkung des öV und zur Reduktion des Verkehrs durch Obersiggenthal führen, muss zeitnah (innert 5 Jahren) die Planung der Varianten «ZEL lang+» (inklusive Brücke über die Limmat und Bruggerstrasse sowie einer rund 2,3 Kilometer langen Umfahrung Untersiggenthal) oder «ZEL lang» (ohne Umfahrung Untersiggenthal) angegangen werden. Wir sind überzeugt, dass dies eine rasche Entlastung der Landstrasse, der Bruggerstrasse, des Schulhausplatzes und des Brückenkopf Ost in Baden während der Tagesspitzen bringt.
Erweiterte Massnahmen wie die Aufwertung kommunaler Fussverkehrsnetze („Quartiere der kurzen Wege“), Umgestaltung der Ortsdurchfahrten Untersiggenthal, Nussbaumen und Rieden sowie Ausbau des Velonetzes sollten erst nach den priorisierten Massnahmen angepackt werden, da sie in einem grossen Mass von der Reduzierung des PKW- und LKW- Verkehrs abhängen. Ob Velovorzugsrouten benötigt werden, sollte aus Kosten-/Nutzen-Überlegungen geprüft werden.
Als engagierte Mitte Obersiggenthal rufen wir Sie auf Ihre Position zu vertreten und Ihre eigene Stimme noch bis Ende März einzubringen unter ag.ch / GVK.
